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FEUILLETON

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(08/14/2017)

Wie kann man sich erwehren bei einem solchen Thema als Zitat aus dem Buch die Fehlleistung zu wählen? "Auch auf Pythagoras ..., dem zufolge die komische Ordnung dem Zahlenspiel obliegt, bezieht sich Jung in seinen symbolträchtigen Ausführungen, insbesondere denjenigen über die Zahl Vier." (Seite 92).

Man gewinnt sogleich den Eindruck, dass die beiden Herren unsere werte Autorin schon zu lange verfolgt haben, wieso so wohl wählte man sonst zwei derart unsympathische Photos der beiden? Es folgt dann eine sehr akribische Arbeit, die fast immer lehrreich bleibt. Ihre dissertantischen Charakter schafft sie nicht gänzlich abzuschütteln, wo hingegen das Ende an Tempo gewinnt und unterhaltsamer wird. Eine geringfügige Kürzung hätte jedoch sicherlich nicht geschadet. >> continue




(08/01/2017)

Vamik Volkan (*1932) keeps on writing with a brilliant mind and broad experiences, always aware of the current issues in politics. Being born in Cyprus may explain his passion to keep on researching about large-group identities, immigration, political psychology and the unconscious origins of ethnic identities in conflict. Nominated for the Nobel Peace Prize he now publishes “Immigrants and Refugees” at Karnac – responding to the refugee crisis in Europe that “make(s) psychoanalytic investigation (…) a major necessity” (“About the book”, karnacbooks.com). As Regine Scholz writes in her endorsement: “This is the right book for the right time”.

What to expect?

“Immigrants and Refugees“ is divided into two parts: First, Volkan focuses on the situation of the immigrants, their traumas and experiences (76 pages). In the second part he gives a short overview about the situation in the host countries, the development of prejudices and fear (26 pages). Part I is divided in seven chapters while the second part consists of three chapters, which all have a length between three to 16 pages. >> continue




(06/20/2017)

Paula Heimann (1899-1982) war eine deutsch-britische Psychiaterin und Psychoanalytikerin. Sie floh 1934 aus Deutschland nach Großbritannien, wo sie einige Jahre eng mit Melanie Klein zusammenarbeitete. Neben beruflichen und privaten Verbindungen war Klein über einige Jahre auch Heimanns Lehranalytikerin. Paula Heimann wiederum war unter anderem Lehranalytikerin von Margarete und Alexander Mitscherlich. Ab 1949 deutet sich in den Texten Heimanns ihr Bruch mit Melanie Klein an; 1955 wird dieser dann vollends vollzogen.

Was erwartet mich?

„Gegenübertragung und andere Schriften zur Psychoanalyse“ fasst erstmals komplett auf Deutsch alle Texte von Paula Heimann in einem Band zusammen. Im Buch finden sich 24 Aufsätze, die chronologisch sortiert sind. Vorweg finden sich ein Vorwort für die englische Ausgabe und eine Einführung von der Herausgeberin Margret Tönnesmann – zudem eine Einführung zur deutschen Ausgabe von Werner Bohleber sowie ein Memoire zur Einführung von Pearl King. Das Buch beginnt somit mit umfangreichen Einleitungen (58 von insgesamt 473 Seiten), die eine erste Einordnung der folgenden Texte ermöglichen. >> continue




(05/22/2017)

Vorweg

Nachdem 2015 im selben Verlag die „Psychoanalyse des Jungen“ von Hans Hopf erschien, gab es in Rezensionen immer den Ruf nach einem Buchpendant für das weibliche Geschlecht. Seiffge-Krenke kommt diesem Appell jetzt nach und bezieht im Vorwort zu dem Buch folgendermaßen Stellung: „Ich habe lange gezögert – schließlich gibt es ja schon so viel über Weiblichkeit und Psychoanalyse, und dies seit Jahrzehnten: (…)“ Trotzdem fand Seiffge-Krenke eine Reihe an Themen, die in der Psychoanalyse noch wenig Beachtung fanden. So wurde wenig über die Tochter an sich, Freundschaftsbeziehungen, körperliche Entwicklungen oder spezielle Mädchenspiele geschrieben. „Insgesamt gibt es in der Psychoanalyse zwar viel über die Weiblichkeit, aber nur sehr wenig über Mädchen.“ (S. 52)

Buch

Der erste Blick ins Inhaltsverzeichnis verrät dem/der Leser_in dass das Buch einer durchdachten Linie folgt: Beginnend mit dem Wunsch ein Mädchen zu gebären und dessen gesellschaftlichen Besetzungen folgen die Kapitel den Entwicklungsstufen des Mädchens bis zur Adoleszenz. Danach folgen Ausführungen über die Beziehung von Mädchen zu Müttern, zu Vätern, zum Elternpaar, zu Geschwistern, zu Freundinnen, zum eigenen Körper und zur Sexualität. Dem Thema „Bindung“ wird ein eigenes Kapitel zuträglich, genauso wie ein Kapitel über Mädchen als Täterinnen und eines über die Vernachlässigung bzw. Gefährdung von Mädchen in anderen Kulturen. Abschließend findet sich ein Abschnitt über die Behandlungstechnik von Mädchen in der Psychotherapie. >> continue




(5/15/2107)

„Psychoanalytische Behandlungstechnik“ erscheint in der Kohlhammer Reihe „Psychoanalyse im 21 Jahrhundert“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, allgemeinverständlich und schulenübergreifend die neueren Bewegungen der Psychoanalyse vorzustellen. Diese Buchreihe wird weiterhin fortlaufend aktualisiert.

Wolfgang Mertens, Professor für Klinische Psychologie und Psychoanalyse, Lehranalytiker und Supervisor aus München, tritt in dem vorliegenden Buch als Autor und Herausgeber in einer Doppelfunktion auf.

Was erwartet mich?

Das Buch erscheint in nüchterner, dunkelblauer Aufmachung. Die sieben Kapitel beginnen jeweils mit einer Einführung ins Thema und einer Lernziel-Auflistung. Sie enden mit einer Zusammenfassung, Literaturhinweisen „zur vertiefenden Lektüre“ und „Fragen zum weiteren Nachdenken“. Die Kapitel selbst sind in verdichtetem Schreibstil, teils reell stichwortartig verfasst. So ist es dem Leser möglich, bereits in kurzer Zeit einen inhaltlichen Überblick zu erlangen, gleichzeitig ist ein vertieftes Einsteigen in einzelne Themen innerhalb dieses Buches nicht vorgesehen beziehungsweise nur über die weiterführende Literatur möglich. >> continue




William Kentridge: Defence of the Less Good Idea

Event: Sigmund Freud Privatstiftung in cooperation with the Burgtheater, Vienna 05/07/2017
Author: Felix Mitter

(05/08/2017)

Not everything has to be perfect. This was the core message of the interesting 90 minutes long lecture by the artist William Kentridge at the Burgtheater(Vienna) held in honour of Freud´s birthday, somewhat dryly moderated by Erik Porath. This defence of the less good ideas was, by all means, conveyed and acted out in a likeable, amusing and creative way. Kentridge’s strength lies in his authenticity and impressive visualizations. It’s not so much the art itself that was at the center of the lecture but rather Kentridge’s contemporary approach to >> continue




(4/13/2017)

Freuds Untergang

Jürgen Kind, Autor des vorliegenden Buches, ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er ist zudem Lehr- und Kontrollanalytiker am Lou-Salomé-Institut in Göttingen und war über mehrere Jahre Abteilungsleiter der bekannten psychiatrischen und psychotherapeutischen Klinik Tiefenbrunn.

Was erwartet mich?

Es ist eine große Herausforderung, den Inhalt des vorliegenden Buches in kurzer, prägnanter Form zusammenzufassen – zu umfangreich erscheinen die auf 197 Quellenangaben basierenden Ausführungen Kinds. Letztlich reflektiert „Das Tabu“ auf 423 Seiten in fünf Teilen die Entstehungsgeschichte der Psychoanalyse mit Freud als zentraler Figur: >> continue




(03/20/2017)

Vorweg

Bereits im Vorwort wird klar, dass das Buch der Arbeit Winnicotts ein Denkmal setzten möchte. Um eines von „Winnicotts Kindern“ (so auch der Originaltitel) zu werden könne man dieses Buch nutzen. Die Beiträge also, als Anstoß für die eigene Praxis verwenden, Konzepte an die persönliche Arbeit anpassen oder verwerfen, sie in jedem Fall aber im Hintergrund behalten. An das Vorwort schließt sich ein Prolog und eine Einführung an, sowie ein Beitrag der Winncotts Biographie, WeggefährtInnen und seine Theoriebildung beschreibt. Das Buch gliedert sich in drei große Kapitel (Konzepte – Übergänge – Die äußere Welt), in denen sich Aufsätze von verschiedenen AutorInnen befinden.

Die AutorInnen arbeiten zum Großteil in Großbritannien und sind Mitglieder bzw. AbsolventInnen der British Association of Psychotherapists (BAP). Es soll ein Buch sein „in dem die Autoren frei über Winnicott und sein Denken assoziieren können.“ >> continue




(02/28/2017)

„Das Versagen der Diplomatie“ beschäftigt sich auf 279 Seiten in 18 Kapiteln mit den Verbindungen zwischen Psychoanalyse und internationaler Diplomatie. Zu diesem Zweck beginnt Volkan in den Kapiteln 1-4 mit einem Überblick über wesentliche Begriffe und Definitionen, wobei der Beschreibung des Identitätsbegriffes ein besonderer Stellenwert eingeräumt wird. Kapitel 5-11 erklären in der Folge elementare Bestandteile einer Großgruppenidentität: Hier wird die Metapher einer Zeltplane aus sieben Fäden eingeführt, die die Mitglieder einer Gruppe (zum Beispiel einer Ethnizität oder einer Nation) umhüllt. Anhand dieser einzelnen „Fäden“ und anhand von Beispielen aus der internationalen Politik erklärt Volkan nun wesentliche Identitätsaspekte, wie z.B. generationsübergreifend weitergegebene Traumata oder die Bedeutung eines Führers.

In den Kapitels 12-18 werden die Erkenntnisse vertieft und auf ihre praktische Anwendbarkeit auf internationalem diplomatischen Parkett überprüft. Besondere Aufmerksamkeit bekommt dabei das vom CSMHI entworfene „Baum-Modell“ zur Entschärfung ethnischer Konflikte, dessen praktische Anwendbarkeit im Rahmen der inoffiziellen Diplomatie bereits in Estland, Zypern und Palästina erfolgreich erprobt wurde.

Volkans Schreibstil ist insgesamt sehr klar, präzise und für einen klinisch arbeitenden, psychodynamischen Psychotherapeuten gut verständlich. Zwar sind einzelne Sätze und Absätze mitunter recht lang – nach kurzem Einlesen ist der Leser dennoch inhaltlich gefesselt. Hilfreich sind dabei auch die vielen Beispiele aus der internationalen Politik, in denen Inhalte des vergangenen Nachrichtengeschehens noch einmal von einer psychoanalytischen Seite beleuchtet werden. >> continue




(25.2.2017)

Elle is unbelievably elegant, in quiet moments cheeky and provocative in its staging of sexualized violence. The film is based on a novel by Philippe Dijan and was adapted by David Birke for the screen. Power relations and the psychology of its protagonists are at the center of Elle. Paul Verhoeven combines several film genres and introduces us to a variety of characters that relate to the main character at different levels. At the beginning, the protagonist Michèle Leblanc is raped by her neighbor. Her cat is watching the cruel deed in her house with an indifference that runs through the whole film like a common thread. After the rape, Michèle continues her life with a recklessness and consistency, which astonishes the audience. >> continue




(02/07/2017)

Genaugenommen ist Anna O., die sich von 1880 bis 1882 in Breuers Behandlung befand, eine protoanalytische Fallgeschichte. Die von ihr berühmterweise als talking cure and chimney sweeping bezeichnete Therapie war ganz auf Heilung durch Katharsis angelegt, ein Ansatz, den Freud bald aufgeben sollte. Zumindest war dies offizielle Version der Therapie, die zuerst durch Breuer, stärker aber noch durch Freud und dann durch Ernest Jones in seiner Freud-Biografie entwickelt wurde. Schon 1970 wurde diese Darstellung durch Henry Ellenberger korrigiert, der weder Breuers Behauptung eines erfolgreichen Therapieabschlusses noch die Beschreibung seines Vorgehens akzeptierte. Breuer habe nämlich mehr zu Hypnose und Morphiumrezepten gegriffen und das kathartische Sprechen als eher nebensächlich betrachtet. In der veröffentlichten Fallgeschichte wurden die Fakten dann umgedeutet, z.T. deswegen, um einen methodischen Gründungsanspruch geltend zu machen, der sich u.a. gegen die Behandlungsinnovationen von Pierre Janet wandte. >> continue




(01/30/2017)

Object relations in the form of positive affective bonds are not only an essential tool for coping with trauma, but sometimes also form an obstacle to it. This is the result of the empirical researches of the American psychiatrist and psychoanalyst Dan Schechter, who primarily refers to investigations in the follow-up of families, which were affected by the terrorist attacks on September 9, 2001 in New York City. In the attacks on the World Trade Center, about three thousand children lost a parent, and a complex dynamic developed between the surviving parent and the child, generating not only supportive but also more traumatizing aspects. >> continue


(01/23/2017)

Psychoanalyse im Cyberspace von Alessandra Lemma und Luigi Caparrotta ist eine Sammlung von Beiträgen zu einem Themenbereich, der wohl, sofern ich dies als Laie beurteilen kann, Psychoanalytiker mehr und mehr beschäftigen wird: Welche Auswirkungen hat der zunehmende Internetkonsum auf die menschliche Psyche? Wie können Virtuelle Realität und neue Kommunikationsformen wie Videotelefonie oder Email in die psychoanalytische Arbeit integriert werden? Insgesamt sieben Kapitel beleuchten diese überaus spannenden Themen.

Das erste Kapitel setzt sich mit der Integration von relativ neuen Technologien wie Videotelefonie oder Email in die psychoanalytische Arbeit auseinander. Glen Gabbard bringt im zweiten Kapitel ein Fallbeispiel, bei dem alternative Kommunikationsformen zusätzlich zum klassischen Setting, in diesem Fall Email, einen wertvollen Beitrag zur analytischen Arbeit gleistet haben.

Florence Guignard setzt sich im 4. Kapitel mit der psychischen Entwicklung in der digitalen Welt auseinander und kommt unter anderem zu folgendem zu denken gebenden Schluß, der wohl nicht von der Hand zu weisen ist: „Wenn es stimmt, dass jede Analyse vor allem darauf abzielt, den Patienten zum Symbolisieren zu ermutigen dann könnte es sein, dass unsere Fähigkeit zur Identifizierung mit den Kindern der nächsten Generationen einschneidenden Veränderungen ihres Weltbildes nicht gewachsen sein wird.“ (Florence Guignard, Seite 118) >> continue




(01/10/2017)

Vorweg
Das Buch entstand im Rahmen der achten Kinderanalytischen Konferenz des Mainzer Psychoanalytischen Instituts, welche Herr Traxl organisierte. Von ihm findet sich in diesem Buch die Einführung, allerdings kein eigener Beitrag. Die acht Beiträge von elf Autor_innen setzen sich alle mit der Bedeutung der Körperlichkeit im Entwicklungsverlauf von Kindern und Jugendlichen auseinander.

Buch

Wie in den meisten Sammelbänden unterscheiden sich die einzelnen Beiträge stark im Stil, deutlich sind hier aber auch die unterschiedlichen theoretischen Positionen zu erkennen. Ich möchte zu einigen Beiträgen Stellung beziehen:

Der erste Beitrag „Die Psychoimmunologie des frühen Traumas“ ist ein sehr schulmedizinisch eingefärbter Beitrag, welcher mir als Nicht-Medizinerin zum Lesen etwas schwer fällt. Im Fazit des Beitrags gibt es den Hinweis, dass „Krankheit kein abgeschottetes Element einer Lebensphase sei“. Diesen einfachen Satz, dachte ich mir beim Lesen, möchte ich für meine Praxis im Hinterkopf behalten. >> continue




(12/12/2016)

Prof. Dr. med. Karl König ist ein bekannter norddeutscher Psychoanalytiker. Er leitete über Jahre das Psychoanalytische Institut in Göttingen. In Büchern und Zeitschriften veröffentlicht er seit 1981 zu grundlegenden Konzepten der klinischen Psychoanalyse (Interventionstechniken, Übertragung und Gegenübertragung, Abwehr etc.).

Was erwartet mich?

„Abstinenz, Neutralität und Transparenz“ umfasst broschürte 190 Seiten, die in acht Kapitel unterteilt sind. Inhaltlich werden zunächst einige theoretische Fragen abgehandelt (Wie objektiv kann ein Psychoanalytiker überhaupt sein? Was ist objektivierende bzw. subjektivierende Abstinenz?). Dabei werden die Positionen namhafter Analytiker gegenübergestellt (Renik, Körner, Rosin,…) und somit ein entsprechendes Basiswissen geschaffen.

Im Mittelteil des Buches wird der Begriff der Neutralität näher beleuchtet und die verschiedenen, auch kontroversen Auffassungen der analytischen Schulen beschrieben. König benennt dabei die persönlichen Eigenschaften bzw. die Subjektivität des Psychoanalytikers konsequent als „Übertragungs-Auslöser“, die in jeder Behandlung reflektiert werden sollten. Darüber hinaus stellt er dar, inwieweit ein Therapeut eine Behandlung direktiv lenken darf und in welchen Settings dies vorwiegend nützlich oder notwendig werden könnte. Zentral bleibt auch Königs Feststellung, dass eine therapeutische Beziehung immer asymmetrisch bleibt - inwieweit diese Asymmetrie eher betont oder geleugnet werde, liege auch in der Persönlichkeitsstruktur des Analytikers verankert. >> continue




Psychosis or wannabe art?

Event: Premiere: DER TRAFIKANT on 12/02/2016 at the Volx/Margareten
Author: Eva-Maria Wöls

(12/05/2016)

The director Sebastian Schug and author Robert Seethaler bring the bestseller novel "Der Trafikant [N.T. owner of a "little" store like a tobacconist, corner store/kiosk]" to the theater stage:
Vienna 1937. The 17-year-old Franz Huchel is sent by his mother from the country to the city to a friend of the family, in order to learn how to become a tobacconist. Among the regular customers of the kiosk is the famous "Nut doctor" Sigmund Freud, which the young man befriends and seek advice for his love life. The difficult times of the late 1930s in Vienna and the relations of the persons acting with each other are to be discussed.

If you read the very well-designed program, you would say that this play is a serious story. Heavy stuff. Interesting/complicated relationships. But neither the (pre-war) period is felt in the performance or any kind of relationship between the actors. Everything stays on the surface. The main figure aptly remarked in one place: "we live in strange times". What should be funny about the story, one asks during the first act. Funny in the sense of witty or rather in the sense of confusing?

At the beginning the impression arises that it is a comedy. The supposedly serious action is caricatured. Further along of the first act, the play reminds one of a psychotic state. During the second act the viewer is bombarded with countless role changes (five actors play 25 (!) roles and act as stage performers), transcriptions, pictures, sounds, historical and contemporary background music and foreground live singing, the representation is largely "funny", and a serious background can only be assumed thanks to the over-stimulus. >> continue




(11/18/2016)

Das Buch gliedert Frau Diem-Wille in fünf große Kapitel: Körper und Psyche der Latenz, Latenzzeit: Entwicklung des Denkens und des Lernens, Latenzkinder in Therapie, die Bedeutung des Lesens in der Latenzphase und Ausblick und Perspektiven.
Von Beginn an ist auffallend, dass das Buch sehr viele lebensinhaltliche und therapeutische Beispiele bereithält, was mir persönlich sehr zusagt. Das Buch liest sich daher sehr flüssig und angenehm, kurzen theoretischen Einführungen folgen meist Beispiele. Ebenso werden Zeichnungen von Kindern in der Latenzphase interpretiert, was einen sehr gegenstandsbezogenen Zugang zur praktischen Kindertherapie liefert. Ebenso lockert die Interpretation von Zeichnungen dazu ein, länger die Bilder zu betrachten und eigenen Gedanken zu folgen.
Am Beginn werden die körperliche, emotionale und psychosexuelle Entwicklung sowie die Entwicklung der Abwehrmechanismen beschrieben.
Sigmund Freud, Melanie Klein, Jean Piaget und Wilfried Bion >> continue




(11/13/2016)

Zu besprechen ist die neue Standardbiografie Freuds, denn als solche wird sich Alts Buch für die nächsten ein oder zwei Jahrzehnte etablieren. Einerseits ist das erfreulich, da diese Neupublikation detailreicher ist als die Lebensdarstellung Freuds von Peter Gay, die seit ihrem Erscheinen wohl die meistgelesene war. Andererseits wäre eine mutigere und oft auch theoretisch und klinisch versiertere Biografie wünschenswert gewesen, denn der Freud, den Alt uns präsentiert, kommt nicht nur in seinen Lebensumständen recht altbacken daher, sondern auch oftmals in seinen Texten. Eine solche Sicht fällt jedoch nicht selten hinter den Stand der Debatten über die Exegese des Freudschen Korpus zurück. Zwar schreibt Alt mit viel Sympathie für seinen Gegenstand, aber das immer noch Anstössige und Aufrührerische der psychoanalytischen Theorie und Praxis kommt nirgendwo recht zum Ausdruck.

Wer verlässliche Informationen zur Vita Freuds sucht, wird bei Alt fündig. Hier und da verweist er auf unpublizierte Briefe, >> continue




"Are you tootling or going for a walk?"
A trip to the in between of music and psyche

Event: VIENNA, 11.-13.11.2016: 8. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse und Musik
Author: Ulrich Vogl

(11/14/2016)

Psychoanalyst or musicologist? The question of whom one is dealing with is not always easy to answer at the Symposium of the Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse und Musik [the German Society for Psychoanalysis and Music]. And presumably, that´s the point. When a voice in the audience begins to defend the father figure in Schubert´s Erlkönig and receives applause from some corners of the hall, certain conclusions can nevertheless be drawn about the distribution of the professional groups.

The theme, based on which the connection between music and psyche as part of this year´s 8th Symposium is to be illuminated, bears a certain element in itself: In between. The pause in music and psychoanalysis. But what is this "in between"?

To fathom this, they discuss and explain, play music and listen, laugh, and keep silent, and occasionally roll their eyes. Equally varied is the result. We learn about the deliberate setting of pauses in the compositions of Beethoven as an expression of the inner turmoil of a terminally ill patient. About the pause as a defense and restlessness, even of the pause as a total silence. We listen to the pause at Schönberg as a sign of homelessness, as ignorance, wherever one belongs. We understand the pause as an expression of satisfaction or disbelief, the pause as astonishment, as a gesture of compassion and expression of fright.

I do not seem to be the only person in the room who is easily >> continue


(10.24.2016)

„Persönlichkeitsstörungen“ ist der sechste Band der Reihe „Störungen systemisch behandeln“. Es folgt auf (1) Posttraumatische Belastungsstörungen bei Kinder und Jugendlichen, (2) Störungsspezifische Systemtherapie, (3) Ängste von Kindern und Jugendlichen, (4) Schizophrenien und schizoaffektive Störungen und (5) Depression und Dysthymia. Sämtliche Bücher sind dabei nach dem gleichen Schema geordnet: Nach einer grundsätzlichen Beschreibung der Störung folgen die wissenschaftlichen Erklärungen systemischer, aber auch anderer Therapieschulen. Dann wird das systemische Vorgehen beschrieben und der Stand der empirischen Evaluation berichtet. Die Autorengruppe um Wagner, Henz und Kilian veröffentlicht erstmals in dieser Reihe.

Das Buch wendet sich laut Vorwort sowohl an systemisch arbeitende Kollegen als auch an nichtsystemische Behandler. Es hat das Ziel, die Bandbreite des systemischen Behandlungsspektrums aufzuzeigen und die entsprechenden Konzepte kompakt zu vermitteln. Zudem soll Systemikern ein „konstruktiver Umgang“ mit dem Begriff der „Persönlichkeitsstörung“ aufgezeigt werden.

„Persönlichkeitsstörungen“ wird auch als eBook erhältlich sein.

Was erwartet mich?

Das Buch ist nach der Einleitung in drei Hauptkapitel unterteilt: Zunächst wird auf 50 Seiten das klinische Erscheinungsbild von Persönlichkeitsstörungen beschrieben. Die einzelnen F60-Diagnosen werden jeweils samt Fallbeispiel kurz angerissen, Komorbiditäten, Epidemiologie und diagnostische Verfahren benannt. Für einen ausgebildeten Psychotherapeuten sind sämtliche Informationen gut bekannt. >> continue




Psychoanalytische Häppchen

Book review: Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapie (KJP) 171, 3/2016 Facetten psychoanalytischer Begegnungen
Author: Sabine Schreckenthaler

(09/20/2016)

Vorweg...

Diese Zeitschrift erscheint im Brandes & Apsel Verlag vier Mal im Jahr. Die Serie begann im Jahr 1969 und erschien schon unter mehreren Titeln („Kind und Umwelt“ und „Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie“). Das Konzept wird auf der eigene Website wie folgt beschrieben: „Theorie und Praxis der Diagnostik, Rahmenbedingungen und deren Bedeutung für die Behandlung, Behandlungskonzepte und Techniken, störungsspezifische Interventionen und Therapie in besonderen Settings sind Inhalte der Zeitschrift. Die Beiträge vertiefen die Auseinandersetzung mit den verschiedenen psychoanalytischen Denkrichtungen und Theorieansätzen: der Triebtheorie, der Selbstpsychologie, der Objektbeziehungstheorie, der Bindungstheorie, den jungianischen, kleinianischen, postkleinianischen und intersubjektiven Ansätzen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie auch der psychoanalytischen Säuglingsbeobachtung, der Säuglings-Kleinkind-Eltern-Psychotherapie und der Arbeit mit Eltern und Beziehungspersonen.” Zwei von vier Heften jährlich erscheinenden Ausgaben sind Themenhefte.

Schwerpunktthema: „Facetten psychoanalytischer Begegnungen“ >> continue




Psychologie Studium 2.0

Book review: Boessmann, U.: „Bewusstsein – Unbewusstes. Band I Bewusstsein. Praxisbezogene Grundlagen und Antworten nicht nur für Psychotherapeut(inn)en“ dpv, Berlin 2013.
Author: Lea Dohm

(09/17/2016)

Es ist eine Stärke des Autors Udo Boessmann, dass er sich in seinen Büchern elementaren Fragen des psychotherapeutischen Daseins widmet: „Berichte an den Gutachter schnell und sicher schreiben“, „Bericht abgelehnt, was nun?“ und nun also „Bewusstsein“. Der erste innere Stolperer bei dieser Aufreihung ist beim Lesen schnell überwunden – tatsächlich befasst sich „Bewusstsein“ mit absolut grundlegenden psychotherapeutischen Fragen. Zielgruppe sind dabei laut Einführung aber keineswegs nur Psychotherapeuten, sondern allgemein Interessierte.

Was erwartet mich?

Das Buch tritt streng strukturiert auf und ist nach der Begriffsdefinition in zwei unterschiedlich umfangreiche Hälften unterteilt: „Praktisch relevante Aspekte von Bewusstsein“ (27 Kapitel) und „Höhere Ich-Leistungen“ (7 Kapitel). Sämtliche Kernaussagen werden bereits in der Einleitung benannt und dann im Haupttext des Buches in den einzelnen Kapiteln weiter ausgeführt. An den Kapitelenden finden sich Zusammenfassungen sowie kurze Anmerkungen zu den praktischen Konsequenzen. Wissenschaftliche Ergänzungen und Quellenangaben sind direkt in den Fußnoten zu finden. >> continue


Lou Andreas-Salomé - Film review

Event: Film Premiere at the Filmcasino in Vienna 09/06/2016
Author: Eva-Maria Wöls

(09/08/2016)

Director Cordula Kablitz-Post paints a portrait of a woman who is 100 years ahead of her time. A woman whose life is determined by the struggle for equality and freedom in a world filled with conventions dominated by males, whose work is overshadowed by her unconventional relationships with famous men of history. The film impressed by convincing acting performance and skillful staging. A strong film about a strong woman, that inspires people to take a closer look at her. >> continue




(08/29/2016)

Sigmund Freud beschrieb sich als Psychoanalytiker 1937 in „Die endliche und die unendliche Analyse“ als in einem von drei „unmöglichen Berufen“ – neben Erziehern und Regierenden: Man sei sich von Anfang an des ungewissen Ausgangs bewusst.

Dieses Zitat, an das der Titel angelehnt ist, ist bereits ein erster Hinweis auf den Inhalt: Tatsächlich stehen vorrangig die Psychoanalytiker im Fokus, die Kollegen anderer Verfahren werden eher am Rande erwähnt. Dies ist insofern auffällig, als dass von den drei Herausgebern nur Otto Kernberg klar der Psychoanalyse zugeordnet werden kann. Birger Dulz ist auf stationäre tiefenpsychologisch fundierte Borderline-Behandlungen spezialisiert, Jochen Eckert ist Gesprächspsychotherapeut.

Was erwartet mich?

Das Buch erscheint in nüchterner Aufmachung, die vielen dünnen Seiten blättern beim Lesen immer wieder schnell zurück. Die 609 Seiten sind in drei Hauptkapitel unterteilt: „Theoretisches“ (22 Artikel), „Institutionalisiertes“ (16 Artikel) und „Persönliches“ (21 Artikel). Umrahmt werden die Kapitel von einem Vorwort der Herausgeber (sehr lesenswert!) sowie zuletzt einem umfangreichen Autorenverzeichnis mit sämtlichen Kontaktadressen. Im Buch kommen 62 überwiegend namhafte Autoren zu Wort. Es entsteht der Eindruck einer vertrauten Autorengemeinschaft – und tatsächlich kennen sich mehrere Autoren untereinander persönlich. >> continue




(8/13/2016)

Foucault accused psychoanalysis that it yanks everything to light. The couch, on which nothing should be left unsaid, becomes thus the instrument of a disciplinary society in which no one has the right to something hidden, unspoken and secret anymore. Enlightenment is changed for screening, analysis used for spying.

The British psychoanalyst Josh Cohen, who in the book Lament cooperates with the photographer Bettina von Zwehl to save the shadows, has a similar fear. The exposure of the unconscious during analysis as well as that of the film must not slide into the totality of visibility and thus destroy the privacy. Can therefore, asks Cohen, a photograph protect the shadow of existence rather than illuminate it? Can analysis tolerate shadows? Can anything be said of the shadow, or will it always remain the negative of the language, the negative of the picture?

Four themes twist themselves around each other in the book Lament; two articles from Cohen and two photographic series of von Zwehl. The photo material was recently on display in the Freud Museum London, where the fifty always differently torn fragments (The Sessions) of an identical portrait of a young girl hung in the stairwell. The identical, as we see, is always different and it remains forever incomplete. Also incomplete are the fifteen silhouette portraits of women, whose faces are barely covered in enough light to let them be identified as individuals, but all other details remain in impenetrable shadows. >> continue




Here’s not looking at you, kid

Event: Freud Museum LONDON: Invitation to Frequent the Shadows
Author: Kai Hammermeister

(06/27/2016)

We thirst not to be overlooked. It should make us whole and healthy, to be looked at. Perhaps with admiration about how well we preserve, how strong we stand and how we walk away with our head held high. And simultaneously we are scared of any look that leaves us frozen, fixed on our place and leaves us feeling alone and plunged into an isolation that is the rigidity of death. Against such glances we wear our amulets, clothing, gestures, and dark glasses. Not to be looked at while on the couch of the analyst, frees us from the evil eye and allows us to transition from the world of images to the increasingly liberating talk.

In the consultation room of Anna Freud in London's Hampstead a frieze currently runs on the ceiling around the room. Countless pairs of eyes from women look down, one cannot recognize whole faces, only ever new looks. The narrow band is part of an installation of the Londoner photographer Bettina von Zwehl that emerged from an intensive study of the archive of Anna Freud. Gently, yet insistent, casual, but saturated with the fear of death, so von Zwehl brings the imaginary back into the rooms where talk has repeatedly marked the triumph over the Medusa. Do we really want to be looked at as demonstrated by the pairs of eyes on the ceiling? I would like to lay down on the couch and just begin to talk, submit an appeal against this intrusion into the protected, sightless sphere of analysis. The word, the word, the word should govern here, not the eye. >> continue




Porno ist das neue Bio

Event: BERLIN: Karl-Josef Pazzini: Il n' y a pas de rapport sexuel. Zum gesellschaftlichen Funktionswandel der Sexualität. Fundus Fachbuchhandlung für Psychotherapie und Psychoanalyse. 15.6.2016
Author: Kai Hammermeister

(06/17/2016)

„Gib’s mir härter!“ Der Satz schafft seinen eigenen Kontext. Wir sind in der Pornographie. Wer spricht? Mit wem identifiziert sich der Hörer? Leitet das Gesprochene über zum Bild oder kann es im Bereich des Symbolischen verbleiben? Oder ist es nicht vielmehr Kennzeichen des pornographischen Diskurses in Bild und Text, Sprache und Imaginäreres durchqueren zu wollen, um sich ins Reale einzuschreiben, den Körper zu affizieren, ihn zum Ausdruck zu zwingen in Saft und Tumeszenz? Karl-Josef Pazzini spricht im Fundus, der Berliner Fachbuchhandlung für Psychotherapie und Psychoanalyse, über Pornographie. Seine These: Porn ist eine Struktur, bevor sie zum Inhalt wird, der dann ideologiekritisch und soziologisch analysiert werden kann. Zuerst einmal aber sind die Analytiker gefragt. Wie so oft antworten sie mit Fragen. Pazzini überlegt, ob Pornographie eine eigene Sexualität produziert, ob sie existierende Sexualität stützt, ob sie bereits vorhandene Bilder als ein Gefäß in sich aufnimmt oder solche Bilder erst schafft oder diese ersetzt. Pazzini fragt viel und präzise, antwortet weniger, regt hauptsächlich an, sich aus psychoanalytischer und bildtheoretischer Perspektive mit der Pornographie zu beschäftigen (der obszöne Text ist für ihn ohne Interesse). Seine Thesen reißen an, schlagen Diskursbrücken, hinterlassen eine Spur, aber finden nicht >> continue



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