Geschichte zweier Leben Wladimir Rosenbaum und Aline Valangin

Das Haus von Wladimir Rosenbaum und Aline Valangin galt im Zürich der Dreißigerjahre als Salon der künstlerischen Avantgarde und Zufluchtsort für Verfolgte. Die schweizerisch-faschistische Zeitung «Die Front» machte aus Wladimir Rosenbaum eine Zielscheibe ihrer Hetze. Mäzen, Antifaschist und Lebemann, hatte er als Kind vor den zaristischen Pogromen fliehen müssen und wurde einer der berühmtesten Schweizer Anwälte. Aline Valangin, Pianistin und nach einer Psychoanalyse Schriftstellerin, war Vertraute vieler Autorenkollegen. James Joyce erzählte ihr seine Träume, und Ignazio Silone gehörte zu ihren Geliebten. Geprägt vom Wunsch nach Freiheit, erlebten Rosenbaum und Valangin ihre offene Ehe als erregende Herausforderung der Moderne, nicht als chronique scandaleuse. Die Doppelbiographie zweier außergewöhnlicher Menschen – mit Originalstellen aus Tagebüchern, Archivakten und Tonbandprotokollen – liest sich wie ein Roman.

Peter Kamber, geboren 1953 in Zürich, lebt als freier Autor in Berlin. Nach «Geschichte zweier Leben», das in erster Auflage 1990 erschien, publizierte er die Biografie «Charles Ferdinand Vaucher», die Buchreportage «Die ‹Luftguerilla› der Schweiz gegen die Alliierten» und den Essay «Ach, die Schweiz … Über einen Kleinstaat in Erklärungsnöten». 2010 folgte der historische Roman «Geheime Agentin» über die Geheimdienstdrehscheibe Schweiz im Zweiten Weltkrieg.

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