Die Oper auf dem Diwan. Inszenierung des Unbewussten - eine Analyse.

Was geschieht mit dem Zuhörer und Betrachter, in dem eine Opernaufführung auch Stunden später noch ein Gefühl fassungsloser Rührung, vielleicht sogar archaischer Glückseligkeit zurücklässt? Die Musik hebt den alltäglichen Raum und die Zeit auf und versetzt uns in eine Welt, die das vollständige Dasein berührt. Die Oper lässt uns an den Leidenschaften, dem vollkommenen Glück und unsäglichen Leid, an Helden und Göttinnen, Mythen und Legenden teilhaben. Die Oper zieht uns besonders an, da sie uns von Liebe erzählt. Weshalb aber rührt sie uns zu Tränen? Weil sie die Liebe in allen Tönen, in allen Farben und Formen, in ihren unendlichen Prägungen, ohne irgendwelche Einschränkungen besingt. Sie öffnet uns die Türen zu unseren Phantasmen, zu Szenarien, die wir ohne Reue genießen und erleben dürfen. Gefühle und Emotionen, die in der Gesellschaft Angst auslösen oder die tabuisierte Wünsche auslösen, werden auf der Bühne vorwiegend den Frauenrollen zugedacht, die als Aufopfernde, Unschuldige, dämonische Verführerinnen bis zur Nymphomanin agieren. Betrachtet man einzelne Figuren in der Oper und deren Konstellationen, so ergibt sich aus psychoanalytischer Sicht eine Vielzahl von Interpretationsansätzen, die diese Figuren und ihre Beziehungen zu anschaulichen Beispielen der Psychoanalyse werden lassen.

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